

Was machen wir eigentlich?
Wir definieren uns als lebende Geschichtsdarsteller. Das in der Szene so viel gerühmte und viel benutzte Wort
Reenactment ist für unsere Begriffe nicht ganz passend für das, was wir machen. Das englische Living History betitelt eigentlich das,
was wir tun. Aber warum immer alles anglisieren?
Wikipedia schreibt zur Begriffsdefinition von Reenactment:
Mit Nachstellung, Historische Darstellung oder Reenactment bezeichnet man die historisch korrekte Nachstellung von vergangenen Ereignissen
wie beispielsweise Schlachten oder gesellschaftlich relevanten Ereignissen
Zu Living History:
Living History ist die englische Bezeichnung für ein Nachleben von historischen Zeiten.
Die englische Bezeichnung ist absichtlich doppeldeutig; die deutschen Übersetzungen „Lebendige Geschichte“,
sowie „Geschichte erleben“ vermögen ihn nur gemeinsam wiederzugeben. Dennoch wird erstere bisweilen synonym für Living History verwendet.
Was heißt das jetzt?
Wir versuchen, mittelalterliche Geschichte nachzuleben und für den Besucher erlebbar zu machen.
Heißt, wir fahren auf so genannte Mittelaltermärkte und präsentieren uns, unsere Ausrüstung und stehen dem Besucher Rede und Antwort.
Dabei haben wir uns auf die Zeit um 1380, also auf das späte 14, Jahrhundert eingeschossen. Warum, weiß keiner von uns mehr so genau…
Ebenso kann keiner von uns genau erklären, woher unsere Begeisterung für das Mittelalter kommt.
Wo wir beim Thema wären.... Mittelalter, was ist das eigentlich genau?
Die meisten Menschen (von Hollywood geprägt) stellen sich unter Mittelalter eine furchtbare, grausame
, finstere Zeit vor, die geprägt war von armen, ausgebeuteten, unterdrückten Bauern und prächtigen,
prunkvollen, im Überfluss lebenden Herrschern, schönen Burgfräulein, von hässlichen Hexen und bösen Raubrittern.
Ganz so ist es aber nicht. Das Mittelalter an sich gibt es eigentlich nicht.
Das was wir als Mittelalter bezeichnen, umfasst die Zeitspanne von ca. 500 – 1500 (ganz grob geschätzt).
Das ist eine lange Zeit, in der sich viel entwickelt und getan hat. Sei es jetzt in der Mode, der Politik oder im Bereich des Fortschritts.
Und daher ist es auch befremdlich, wenn jemand sagt er „macht“ Mittelalter ohne eine ungefähre Zeitangabe.
Wir versuchen unsere Darstellung auf Bildern, Funden und Texten aufzubauen.
Dass dies nicht immer leicht ist und sich nicht immer zu 100 % umsetzen lässt, ist eine andere Seite.
Natürlich können wir nicht in allem perfekt sein und es kann nicht alles absolut „Authentisch“ sein, aber wir bemühen uns
, zumindest so gut wie möglich eine glaubhafte Darstellung zu präsentieren.
In diesem Hobby stößt man immer wieder auf Grenzen, sei es das persönliche Geschick,
seien es die finanziellen Möglichkeiten oder Besserwisser, die einem
die eigene Darstellung madig reden möchten. Wir versuchen uns davon nicht aufhalten zu lassen und
gehen Schritt um Schritt den Weg zu einer „guten“ Darstellung.
Wir sind uns der Kompromisse, die wir eingehen - z.B. das Baumwollgarn mit dem die Schnürösen
umstickt sind oder der kupfernen Kochkessel, der modernen Unterwäsche und des Schlafsacks - voll bewusst.
Aber manche Sachen wollen wir nicht austauschen, da wir moderne Menschen sind die an diese Sachen gewöhnt sind
und manche Sachen können wir nicht austauschen, da die richtige Variante zu viel kosten würde.
Und an wieder Anderen arbeiten wir, um sie gegen richtige auszutauschen und um sie zu verbessern